485 Grad

 Juli 2014

... und natürlich waren auch wir bereits im 485° ... Ziemlich am Anfang schon. Es gab einige Tage nach der Eröffnung den vorhandenen Pizzawein leider noch nicht zum vor Ort trinken, da die Lizenz noch fehlte... Aber den haben wir dann einfach am Ende des Abends kurzerhand mit nach Hause genommen - quasi "to go".

Ging auch.

Aber der Reihe nach...

Lange vor Eröffnung brodelte es in der Netzgemeinde. Die Betreiber des 485° waren (und sind es noch) sehr aktiv auf Facebook unterwegs, um ihren neuen potentiellen Gästen ihr Schätzchen schon mal vorab vorzustellen und diese in alter Marketing-Manier auf ihr Produkt heiß zu machen.

Soso - ein neuer "Stern am Kölner Gastro-Himmel". Auch wir sind gespannt... Es funktioniert also irgendwie.

"Wann ist denn nun endlich Eröffnung?" hieß es da auf allen Kanälen. Viele konnten es gar nicht abwarten, endlich mal diese tolle Pizza aus diesem tollen Ofen zu essen.

Pizza????? Moment mal!

Ja, Ihr habt richtig gehört! Es geht um so etwas gleichzeitig "Profanes" wie "Geniales"...

Es geht genauer gesagt um echte "Neapolitanische Pizza" - hmmmmm.... Ist das wirklich ein neuer, außergewöhnlicher Trend?

Oder eher ein Konzept nach dem Motto: "back to the roots" - aber diesmal richtig?

Altbewährtes ist ja nicht zwangsläufig schlecht, sonst hätte es sich ja nicht "bewährt". Warum also das Rad neu erfinden? Höchstens verbessern?!

Ähnliches dachten sich wohl Sebastian Georgi und sein Compagnon, als sie dieses kleine Lokal mitten auf der Kyffhäuserstraße - im studentischsten aller Ausgehviertel in Köln - endlich eröffneten.

Moment mal ?

Sebastian Georgi - ja, wieder richtig gelesen:

der  Fachmann, wenn es in Köln um das Thema Wein geht, ehemaliger Chefsommelier in gehobener Spitzengastronomie u.a. bei Dieter Müller (Schloß Lerbach), La Vision, Fischer´s Weingenuß & Tafelfreuden und auch schon mal in eigener Gastro-Mission im Georgi-Wein am Rhein (jetzt nur noch Wein am Rhein) unterwegs und nun schon länger im Bereich Wein-Consulting selbständig tätig. Aber die Gastronomie scheint es ihm wohl einfach angetan zu haben. Unsere Erwartungen steigen!

Ambiente

Was haben wir eigentlich erwartet?

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich persönlich irgendwie auf eine nette neue Weinbar gehofft. Vielleicht ein bißchen sowas wie die Cordobar in Berlin (eine der momentan angesagtesten Weinbars in Mitte)  - anstelle der deutsch-österreichischen Variante (= Cordobar) eben eine italienische "Pizza"-Variante hier in Köln... Das hätte mir schon gefallen.

Aber hier im 485° liegt das Hauptaugenmerk nunmal auf dem Produkt Pizza.

Entsprechend bin ich von dem Anblick des kleinen Lokals zunächst etwas überrumpelt, denn das 485° reiht sich nahtlos in die Imbissatmosphäre der Kyffhäuserstraße ein - kommt dadurch aber auch sehr authentisch ´rüber - eben wie eine echte neapolitanische Pizzabude. Manch eine/r hat sich eventuell bereits gewundert, warum das 485° hier unter der Kategorie Fast Food erscheint. Aber genau hier schließt sich der Kreis des derzeitigen "Trends":

Hochwertiges in einer der modernen Schnell-Lebigkeit angepassten Zeit geniessen.

Hinter einer aus Holzbrettern wie selbst gebaut wirkenden Theke, welche ziemlich bald hinter der Eingangstüre beginnt, nimmt der überdimensionale Pizza-Ofen den Raum ein. Wie auf der Facebook-Seite von den Inhabern berichtet wurde, ist dieser Ofen, in welchem die echten neapolitanischen Pizzen bei 485 °C Gluthitze gebacken werden, ein maßgeschneidertes Original-Exemplar eines der bekanntesten sizilianischen Pizza-Ofen-Baumeisters/Designers - Stefano Ferrara - und vermutlich der erste, der nach Deutschland importiert wurde.

Unmittelbar an die Verkaufs- und Ofen-Theke anschliessend führt ein recht schmaler Gang mit wenigen 2er-Tischen - an einem davon nehmen wir Platz - in einen kleinen Raum dahinter mit ebenfalls ein paar wenigen weiteren Sitzplätzen.

Im 485° kann man keinen Tisch reservieren - es gilt "first come - first serve". Diese Gegebenheit sollte also auch eine größere Gruppe einplanen. Aber in der Regel herrscht hier wie bereits erwähnt eine so hohe Fluktuation, dass man auf jeden Fall spontan vorbeischauen kann... Es sei denn, es gibt plötzlich keinen Teig mehr, was schon mal passiert, wenn niemand mit einem so großen Andrang gerechnet hat, wie er gerade in den Wochen nach der Eröffnung zu erleben war...

Küche

... und hier wären wir nun endlich beim eigentlichen Thema angekommen: der Pizza.

Das Caputo-Mehl Tipo "00" kommt in großen Säcken aus Italien und lagert unmittelbar neben dem Ofen, der Teig muss mindesten 72 Stunden gehen und die fertig belegte Pizza wird dann bei 485 ° Celsius genau 60 Sekunden der Gluthitze des besagten Ofens gezeigt, bevor sie einfach auf einer der großen, runden Blechplatten (auch hier ist "understatement" Trumpf) an den Tisch des Gastes gebracht wird.

Unser Besuch im Juli:

Wir treten an die Verkaufstheke und mein Begleiter fragt den netten Menschen dahinter, was er ihm denn so empfehlen könne.

Die Margherita (Tomaten - Fior di latte Mozzarella - Pecorino Romano - Basilikum - Olivenöl) für 7,50 € soll´s werden und mein Begleiter gönnt sich dazu noch die Salsiccia als Extra Topping für 2,50 € - ein gute Wahl!

Ich wußte quasi schon "Wochen" vor Eröffnung, was ich haben wollte: die Pizza mit dem eindringlichen Namen Speckenwolf mit Bacon (Oregano - Fior di latte Mozzarella - Bacon - Steinchampignons - Rote Zwiebeln - Pfeffer) für 10,00 €. Auch gut, aber beim nächsten Mal wird es sicherlich auch eine Margherita werden. Die habe ich nämlich probiert und war auch sehr angetan!

Die Pizzen werden mit den typischen leicht angeschwärzten Teigblasen am Rand an den Tisch gebracht. Lecker!

Wie auf Facebook in der Restaurants Köln-Gruppe zu lesen war, ist gerade der besondere Teig dieser neapolitanischen Pizza-Variante nicht jedermanns bzw. -fraus Sache und es fällt insbesondere den Leuten schwer, sich auf diese neue Art Pizza einzulassen, welche ihre "Lieblingspizza" mit dünnem, knusprigen Boden und viel Belag beim Italiener ihres Vertrauens gefunden haben und für die nur so eine wirkliche Pizza schmecken darf ;-)...

Unser Tipp also: macht Euch selbst ein Bild!

Speisekarte: http://www.485grad.de/assets/485grad-pizza-speisekarte.pdf

Service

Sehr netter Empfang. Junges Personal - an den ersten Tagen der Eröffnung noch etwas unbeholfen, allerdings wird sich das in der Zwischenzeit sicherlich gelegt haben. Wir haben uns wohlgefühlt.

Preis-Leistung

Der hohen Produktqualität angemessen.

Unser Fazit

Den Pizzawein, welcher auch mit dem Logo des 485° etikettiert ist, haben wir  - wie bereits erwähnt - einfach mit nach Hause genommen, weil wir ihn vor Ort leider noch nicht trinken durften. Es war halt ein Grauburgunder, die es ja auch so oder so gibt... Dieser war eher nicht so wirklich was Besonderes, aber vielleicht hätten wir ihn tatsächlich besser zur 485°-Pizza trinken sollen... Wer weiß.

Wir waren auf jeden Fall sehr zufrieden und kommen gerne wieder! Schon alleine, um eine weitere Pizza-Variante zu testen - und diesmal vielleicht direkt vor Ort mit Wein :-)?

Und das empfehlen wir Euch auch!

 

485°

Kyffhäuser Strasse 44

50674 Köln

Tel. 0221-3975 3330

e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Mo - Do: 11:30 - 22:30

Fr: 11:30 - 23:00

Sa: 12:00 - 23:00

So: 14:00 - 21:00

Homepage: http://www.485grad.de/

Facebook: https://www.facebook.com/485Grad?fref=ts

 

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