Limbourg

Das Limbourg wurde 2007 mal wieder Tour de Menu- Gewinner in seiner Kategorie. Nachdem das Limbourg bereits 3 mal gewonnen hat, jedoch die letzten beiden Jahre nicht, konnten die Jungs wieder punkten. Stimmen der Gastroszene in Köln werden laut, dass die Bewertung geschummelt sei. Nur die Masse der Bewertung ist ausschlaggebend und die gesamte Gay-Community sei dazu aktiviert worden, Fake-Bewertungszettel auszufüllen, sodass genügend Stimmen zusammen kommen, um zu gewinnen...  Ob das nun stimmt oder nicht müssen wir demnächst einmal austesten. Mehr als Durchschnitt war zumindest bei unserem letzten Besuch, der allerdings schon einige Zeit her ist, nicht zu erkennen... Aber wir können ja auch eines Besseren belehrt werden.

So, nun waren wir im März 2008 nochmal im Limbourg. Wir haben uns wieder ein 3-Gänge-Menü gegönnt und wurden in einer angenehmen Umgebung sehr freundlich bedient. Die Vorspeisen, eine Schaumsuppe mit Rindfleischspiesschen und Jacobsmuscheln mit Salat waren schmackhaft zubereitet, jedoch fehlte das Tüpfelchen, was einen ins Schwärmen bringen würde. Wir waren geteilter Meinung, was die Hauptgerichte betrifft. Mein Zander mit Schmorgemüse war nichts Besonderes - eher Durchschnitt, durchaus schmackhaft aber der letzte Pfiff fehlte. Das andere Hauptgericht - Kalbsfilet im Mangoldmantel -löste bei meinem Gegenüber hingegen Begeisterungsstürme aus. Die Crème brûlée von der Schokolade hätten wir uns wiederum schenken können... Ehrlich gesagt muss unserer Meinung nach nicht alles -wie es derzeit leider Unsitte ist- zur "brüllenden Créme" gemacht werden...;-) Alles in allem war unser Eindruck auch nicht besser als 2 Jahre zuvor.

Und wieder hat das Limbourg einen Chance bekommen. Wir wollten testen, ob das Limbourg zurecht die vielen "tour de menus" in der preiswertesten Kategorie gewonnen hat. Und wann könnte man das besser als zur "tour de menu 2008"?! Wir hatten für einen Donnerstag reserviert und anscheinend noch gerade einen der letzten Plätze im Limbourg ergattert. Es war sehr voll. Einige Leute hatten das "tour de menu" bestellt, was uns in den vorherigen "tour-Restaurants" nicht so aufgefallen ist.

Eigentlich hörte sich das Menü im zugehörigen "tour-de-menu"-Heftchen gar nicht so spannend an: Schinkenpastete auf Herbstsalaten - Spaghetti mit Garnelen im Spinatmantel - gefüllter Kaninchenrücken zu gebackenen Zucchini, Topinambur und Süßkartoffeln - Basilikum-Tiramisù für 29,50€ (und somit ein "tour"-Menü Kategorie 1). Aber wir waren neugierig auf den mehrmaligen "tour"-Sieger und der Weg ist einfach auch nicht so weit, sodass man von uns aus zu Fuß gehen und ein paar Gläschen Wein trinken kann.

Positiv überrascht wurden wir damit, dass es noch zwei zusätzliche Gänge ohne Aufpreis gab, die vorher nicht angekündigt waren: ein Cassis-Sorbet zwischen Zwischengang und Hauptspeise und ein Käseteller nach dem Dessert. Nachdem wir den durchaus umsichtigen Service um eine Weinempfehlung für begleitende Weine zum Menü baten, empfahl der Chef des Services uns zu den beiden Vorspeisen einen Cremant und einen Sauvignon Blanc. Zu unserer Hauptspeise bekamen wir einen leichten, süffigen Spätburgunder. Die Weine waren ganz okay.

Das Essen war jedoch wieder recht unspektakulär. Es war ganz gut, lässt uns aber wieder nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen, zumal wir bereits in 2 Restaurants das dortige "tour de menu" genossen haben -im Übrigen zu unwesentlich höheren Preisen- und sehr begeistert waren.

Es gab Baguette und eine Tomatenpaste als Amuse Bouche. Die Schinkenpastete auf Salatbouquet war -anders als vom Lesen des Ganges her erwartet - ein ganz guter - wenngleich recht salziger - Auftakt. Bei den Spaghetti, die komplett in ein großes Spinatblatt gehüllt waren, suchte man zunächst erstmal nach den Garnelen, die aber dann auftauchten - die Würzung eher lasch und nichts Besonderes. Das Sorbet war im Übrigen eine (vermutlich nicht selbstgemachte) mit Prosecco aufgegossene Kugel Milch- bzw. Sahneeis (oder auch "Parfait") und kein Sorbet, was wir dem Service auch hinter vorgehaltener Hand kundtaten und dieser -nach kurzer Besprechung mit der Küche- auch bestätigte;-) - aber: "einem Geschenkten Gaul, schaut man nicht ins ... usw.". Der Kaninchenrücken war leicht zu trocken und die Farce-Füllung undefinierbar, was mir den Genuss etwas verschmähte. Die Erdartischocke (Topinambur) war der interessanteste Geschmack auf dem Teller: stark artischockig-kartoffelig - und bissfest, die Süßkartoffel mehlig-süß und die mit Parmesan überbackene Zucchini langweilig. Das Basilikum-Tiramisú war angenehm und wenig gesüßt - jedoch auch eher langweilig. Leider war der von der Karte weg bestellte Süßwein nicht kaltgestellt worden, sodass wir nach längerem Warten vor unserem Dessert (was beinahe in sich zusammenfiel...) einen Espresso bestellten, der -weil er auch wieder vergessen wurde - aufs Haus ging. C`est la vie. Der Käse war nett, blieb aber der Kategorie "unspektakulär" treu.

Alles in allem können wir wieder nur ein Fazit ziehen: man kann hier schon ganz okay essen gehen, der Service ist auch gut und sehr aufmerksam und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut (da nicht viel Geld für nicht viel "aber immerhin"-Leistung; das kennen wir leider auch anders...), auch wenn das Geld was beim Essen nicht ´reinkommt anscheinend durch die recht hohen Getränkepreise ausgeglichen werden muss. Ein echtes "Muss" ist und bleibt das Limbourg aber für uns nicht. Unser Sieger in der Kategorie 1 wird das Limbourg daher mit Sicherheit nicht werden!

Übrigens: wir haben nun am eigenen Leib erlebt, wie das Bewertungssystem der "tour de menu" von den Limbourg-Machern tatsächlich beeinflusst wird: nachdem wir die Rechnung verlangt haben, kam direkt jemand vom Service auf uns zu, mit dem Spruch: "wir haben da noch etwas für Sie" auf den Lippen und dem herausgelösten (!) Gourmet-Pass und einem Stift in der Hand. Man wird sozusagen "charmant" genötigt, dort im Restaurant direkt den Abstimmungszettel auszufüllen und abzugeben. Wer sich dann noch traut, schlechte Kritik zu üben, dessen Zettel -so kann man nur vermuten- wird wahrscheinlich von der Crew vernichtet und dessen Name wird man sich wohl merken;-)...

Also waren wir anscheinend nun wirklich das letzte Mal dort?!!!

Limburger Str. 35

50672 Köln (Friesenplatz)

Tel. 250 88 80

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http://www.limbourg.mynetcologne.de/

Öffnungszeiten:

di-so 19-0.30 Uhr, mo Ruhetag

 

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