Ginti

 

September 2013

Aufmerksame LeserInnen von uns haben bereits festgestellt, dass wir keine großen Freunde indischer Küche sind...

Das hat auch seine Gründe:

weil wir nämlich hier in Köln schon ein paar indische Restaurants ausprobiert haben und uns immer wieder irgendwie derselbe pappige, ocker-rötlich-farbene, totgekochte Einheitsbrei serviert wurde, wenn wir uns auf die typischen indischen Curries eingelassen haben... Meist waren sie uns nicht scharf und aromatisch genug gewürzt und zu sehr an den europäischen Gaumen angepasst. Richtig gutes indisches Essen findet man anscheinend nur schwer hier in Kölns doch so vielfältiger Gastronomielandschaft...

Ich habe mal ein Chicken Tikka Masala (eigentlich eine englische Abwandlung des typischen indischen Chicken Tikka) selber gemacht und war begeistert von der Gewürzvielfalt und den Aromen - so kann indisches Essen also schmecken!!! Wenn man die Gewürze selbst röstet und mörsert, bekommt man tatsächlich Lust auf dieses Essen! Mein Gegenüber fand das zwar auch gut, aber er meint, er könne das nicht jeden Tag essen... Er ist in dieser Hinsicht meiner Meinung nach ein bißchen stur und eingefahren... Es war also an der Zeit, ihn von dieser Meinung und Erfahrung abzubringen....

Gestern also hatte ich richtig Lust auf ein gewürzreiches, gutes indisches Essen. Manchmal ist das eben so. Aber wohin in Köln, wenn man nicht selbst kochen mag???

Nach einiger Recherche im Internet und Tipps von indienerfahrenen Menschen sollte es also nun ein Besuch im Ginti auf der Händelstraße werden...

Ich reservierte völlig unproblematisch einen Tisch über Opentable.

Mein Gegenüber erfuhr erst als wir in einem dieser Car2go-Autos saßen, wohin die Reise geht - manchmal muss man eben taktisch geschickt handeln;-) ...

Das Ginti ist hell, modern und einigermaßen gemütlich eingerichtet. Wir wurden sehr freundlich in Empfang genommen und an unseren Tisch begleitet. Überhaupt waren die männlichen Servicekräfte überaus zuvorkommend und bedienten uns den ganzen Abend über sehr angenehm.

Das Restaurant war nur ca. zur Hälfte besetzt. Einer der Kellner scherzte mit uns, weil wir keine Servietten auf dem Tisch hatten, dass er uns nun die Servietten von unseren Nachbarn geben würde, die seien gerade im Urlaub;-)... Er nahm kurzerhand die bereits aufgestellten Servietten von unserem Nachbartisch und gab sie uns. Sowas lockert die Stimmung doch schonmal nett auf:-)

Die Karte vom Ginti liest sich sehr schön. Sie ist sehr strukturiert aufgebaut und trotzdem es sehr viele Positionen zu entdecken gibt, hat man somit doch das Gefühl, einen ganz guten Überblick über das gesamte Angebot zu haben. Viele Positionen haben mein Interesse geweckt, sodass ich mich ein bißchen schwer mit der Entscheidung tat. Mein Gegenüber hatte eher das umgekehrte Problem, da er sich vorurteilsbedingt nicht wirklich auf die Speisekarte einlassen konnte und weil er eben auf das Angebot nicht wirklich Lust hatte... Auch er hatte somit Schwierigkeiten, sich für ein Gericht zu entscheiden.

Schließlich bestellten wir 2 Vorspeisen:

Die Nr. 1 Samosa - gebackene Teigtaschen mit Gemüse für 4,- € und die Nr. 6 King Prawn Pakora - Riesengarnelen in Kichererbsenmehl gebacken. Dazu bekamen wir ein Schälchen mit drei verschiedenen Dipps gebracht: einen Minze-Joghurt-Dipp, einen roten fruchtig-würzigen Dipp und einen dunkelroten scharf-würzigen Dipp.

Mir schmeckten die Garnelen sehr gut. Die Samosa waren auch in Ordnung, wobei mein Gegenüber etwas bemängelte, dass sie hauptsächlich mit Kartoffeln gefüllt waren.

Wir tranken Mango-Lassi und schwenkten dann auf das "indische Bier" von Kingfisher um.

Als Hauptgerichte hatten wir uns die Nr. 99 Tandoori Chili Chicken (Hähnchenschenkel aus Tandoor in einer scharfen Chilisoße) für 13,50 € und die Nr. 111 Chicken Tikka (Hähnchenbrust mariniert in einer speziellen Tikka-Marinade gegrillt im Tandoor) für 10,50 € ausgesucht. Dazu bestellten wir auch das hier selbstgebackene und echt leckere Naan-Brot mit Garlic für 2,50 €. Manche Qyper haben bemängelt, dass es so wirkt, als ob man das Brot umsonst bekommt, weil die Kellner direkt nach Bestellung danach fragen, ob man welches haben möchte. Wir wollten sowieso welches bestellen und sind gar nicht davon ausgegangen, dass wir es nicht zahlen müssen, wenn wir es bestellen und waren daher auch nicht enttäuscht, dass es mit 2,50 € auf der Rechnung stand...

Mein Chicken Tikka kam in einer heißen flachen Gußeisenpfanne auf den Tisch und wurde mit Weißkohl ohne Soße in der Pfanne serviert. Es hat mir sehr gut gemundet und war echt toll gewürzt!!! Mein Gegenüber bekam einen kleinen Kessel auf einem Stövchen auf den Tisch gestellt und darin lagen die Hähnchenschenkel in der roten würzigen Soße. Dazu bekamen wir noch einen großen Teller echt leckeren Salat und eine große Schale Reis. Mein Gegenüber war von seinem Essen wieder mal nicht sonderlich angetan. Das Hähnchenschenkelfleisch war ihm nicht mürbe genug - er hätte erwartet, dass es geschmort auch gut vom Schenkel zu lösen gewesen wäre. Die Soße schmeckte zwar okay, aber alles in allem erinnerte ihn das wieder an die totgekochten Curries von einst... Tja, er und das indische Essen - das wird wohl leider keine große Freundschaft mehr...;-)

Unser Fazit:

Es ist eben eine persönliche Geschmackssache, ob man indisches Essen mag - oder eben nicht. Ich finde indisches Essen ab und zu mal wirklich sehr gut! Ich denke, wir haben hier mit dem Ginti schon einen sehr guten Inder in Köln gefunden, der die vielfältige Speisenlandschaft Indiens sehr gut und vorallem appetitlich repräsentiert. Für Fans der indischen Küche als unbedingt zu empfehlen!

 

Händelstr. 33

50674 Köln

Tel.: 0 2 21 / 99 02 94 66

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.ginti-restaurant.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag:
11.30-15.00 Uhr und
von 17.30-23.00 Uhr

Sa.:17.00-23.00 Uhr 

Sonn-, & Feiertage:
11.00-23.00 Uhr

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