Menü vom 19.10.2013

 

Ein paar turbulente Wochenenden liegen hinter uns.

Wir waren in Brügge, hatten eine Geburtstagseinladung und haben an 2 verschiedenen Supper-Club-Abenden in Köln teilgenommen.

Nun wurde es mal wieder Zeit für ein Essen zu Hause.

Diesmal gab es ein rein vegetarisches Menü bei uns.

Es gibt so viele leckere Sachen, die man vegetarisch machen kann. Leider fehlt jedoch den meisten Leuten und vor allem auch Gastronomen jegliche Fantasie, um richtig gutes Vegetarisches anzubieten. Dann stehen da als vegetarische "Alternativen" wenn es hochkommt so unspannende Sachen wie Gemüseauflauf, Tofureispfanne und Nudeln mit Pesto auf dem Programm.... Schade!

Nur ein/e richtig gute/r Köch/in kann meiner Meinung nach ein durchgehend vegetarisches Menü kochen, sodass es jedem schmeckt und niemand ein Stückchen Fleisch oder Fisch vermisst.

Fleisch und Fisch kann jeder, der sich ein bißchen mit den unterschiedlichen Garzeiten auseinandersetzt und ein Garthermometer besitzt - also wirklich keine Kunst ;-)...

Gemüse ist viel variantenreicher und vielschichtiger - und dadurch tatsächlich spannender.

Meine Eltern leben nun schon seit über 25 Jahren komplett vegetarisch - das heißt sie essen außer Obst, Gemüse und diversen Getreideprodukten auch noch Milchprodukte, Eier und Käse, sind also keine Veganer. Sie haben uns aber nie so erzogen, dass wir selbst kein Fleisch, keine Wurst und keinen Fisch essen durften. Aber wir Kinder sind Dank ihnen natürlich viel bewußter aufgewachsen als so manch anderer. Und meine Mutter war schon immer eine verdammt gute - nein: die beste ! - Köchin :-), auch als es bei uns noch regelmässig den gemischten Sonntagsbraten, die Königsberger Klopse, Fleischküchle - sprich Frikadellen, Fondue, Schweinelendchen und co. gab - meine Mutter stammt aus dem Schwabenland und da gibt´s nunmal deftige Küche. Noch wichtig zu erwähnen ist, dass meine Eltern keinerlei Fleischersatzprodukte á la Seitan, Sojaprodukte, Tofu und co. zu sich nehmen (das ist ja meistens nicht unbedingt genussfördernd... ;-) ). Meine Mutter ist mittlerweile 68 Jahre alt und mein Vater 73 und sie strotzen beide nur so vor Gesundheit. Den Gang zum Arzt kennen sie gar nicht. Ich bin froh, dass ich durch meine Eltern alles Gemüse unglaublich schmackhaft kennengelernt habe und auch somit alles gerne esse. Und bislang hat es jedem, der zu Gast bei meinen Eltern war, sehr gut dort geschmeckt, ohne dass je etwas vermisst wurde - und das ging selbst "Eingefleischten" so. Es ist schade, dass ich mit meinen Eltern kaum irgendwo richtig gut vegetarisch essengehen kann. Warum ist das bloß so??? Es gibt die Restaurants, die so wirken, als ob sie von Gesundheitsaposteln hoch zehn betrieben würden ohne auch nur ein kleines bißchen Spaß und Lust an gutem, genussvollem Essen zu haben - oder es gibt die Restaurants, die sich krampfhaft irgendwelche vegetarischen Alternativen ausdenken, weil das nun mal jetzt dem Zeitgeist entspricht und "in" ist...

Kaum jemand gibt sich Mühe, auch mal wirklich anspruchsvolle vegetarische Küche anzubieten.

Also muss man doch besser selber kochen....

Als Aperitif gab es endlich mal wieder einen deutschen Sekt bei uns - nämlich den Riesling Brut 2010 von der Sektmanufaktur VAUX  mit dem treffenden Namen "Steinberg". Da konnte ich einfach nicht dran vorbeigehen - der mußte mit nach Hause ... ;-)

Als Amuse Bouche gab es Shiitake-Käse-Röllchen im Chinakohlblatt mit Feigen-Pfeffer-Dipp.

Als Vorspeise hatten wir dann passend zur Jahreszeit ein Apfel-Sellerie-Süppchen mit Walnusscroutons und frittiertem Sellerielauch  (=> das Grüne vom Sellerie kann man so prima mitverwerten, es schmeckt sehr intensiv nach Sellerie und ist wirklich lecker!). Diese Suppe kommt immer gut an und daher gibt es sie bei uns auch häufiger - hier mal ein bißchen "aufgehübscht".

Danach ging es mit Topinambur-Nocken auf marinierter Rote Bete weiter. Das fein süßsäuerliche Orangendressing bot eine schmackhafte Verbindung der beiden Komponenten.

Als Hauptgericht gab es selbstgemachte Gnocchi vom Muskatkürbis in Salbeibutter geschwenkt mit gebratenen Steinpilzen.

Den krönenden Abschluss bildeten die hausgemachten Schokoravioli mit Orangensoße.

Zu Trinken gab es Weißwein und Rotwein: weiß den 2011er Schiefer Riesling und rot den 2011er Schwarzriesling von einem unserer Lieblingsweingüter - dem Weingut Amlinger von der Mosel und zum Dessert hatten wir einen leckeren roten Vin Doux Naturel "Maury" 2004 aus dem Roussillon / Frankreich, den wir bei Annie vom Parlez-vous Gourmet? mitgenommen haben.

Es war wieder einmal ein schöner und genussvoller Abend zu Hause.

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Der ein oder die Andere mag sich vielleicht wundern, warum oben bei den Fotos auch unsere beiden Kater zu sehen sind. Das waren an diesem Abend die einzigen anwesenden Tiere ;-) ...

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