Kellerrestaurant Brühl

Oktober 2013

Gestern Abend waren wir im Kellerrestaurant in Brühl.

André Bach hat sich in den Keller seines Einfamilienhauses ein Restaurant gebaut und kocht dort an bestimmten Terminen unter bestimmten Themen für bis zu etwa 30 Personen ein mehrgängiges Menü mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir zahlten für 6 ausnehmend tolle Gänge plus 2 Amuse Bouches und Brot und Dipp 35,- € pro Person. Getränke wie Wasser, Wein und Espresso kosteten extra, waren aber mehr als fair bepreist. Und zum mehr als gelungenen Abschluß wurde noch ein selbst gemachtes Likörchen vom Hausherrn spendiert. Aber von vorne.....

Ich habe André Bachs Kellerrestaurant unter den Oberbegriff "Supperclubs" gestellt, da sein Kellerrestaurant nur Insidern bekannt und im Internet schwer zu finden ist, wenn man nicht weiß, nach welchen Begriffen man suchen muss. Außerdem ist André Bach hauptberuflich Feuerwehrmann, auch wenn er sein Koch- und Bewirtungs-Hobby mittlerweile sehr professionell betreibt und sich manch ein hauptberuflicher Gastronom noch so Einiges von ihm abschauen könnte.

Ich erwähnte bereits, dass es von uns aus Sülz kein großer zeitlicher Aufwand ist, nach Brühl zu kommen, denn mit der Linie 18 dauert die Fahrt ab Arnulfstr. bis nach Brühl-Nord, wo unsere gestrige Reise hinging, gerade einmal 18 Fahrtminuten. Vom Klettenbergpark (quasi der Kölner Stadtgrenze nach Hürth) beispielsweise dauert die Fahrt also entsprechend noch kürzer und somit ist man von dort aus genauso schnell in Brühl-Nord wie am Neumarkt (laut KVB-Auskunft dauert die Fahrt nämlich sowohl in die eine wie in die andere Richtung 13 Minuten).

Auch der Fußweg zum Kellerrestaurant von der Haltestelle Brühl-Nord ist sehr kurz (ca. 2 Minuten).

Wir standen also gestern püntklich vor einem Einfamilienhaus in einer Sackgasse in Brühl. Auf der Homepage von André Bach wurde bereits mitgeteilt, dass man zum Kellerrestaurant den Seiteneingang benutzen kann. Eine Laterne am Eingang wies uns den Weg. Weitere Laternchen waren aufgestellt, um die Kellertreppe auszuleuchten.

Kurze Zeit später standen wir bereits in der Diele und wurden vom Serviceteam - welches anscheinend aus Freunden und Familie besteht (die sich aber sicherlich sehr über etwas Trinkgeld freuen!!!) - sehr freundlich begrüßt. Ein älterer Herr und zwei junge Mädchen bedienten uns den ganzen Abend über sehr reizend und umsichtig und liessen es uns an Nichts mangeln. Ganz toll und vielen Dank noch einmal für solch eine tolle Bewirtung!!!

Wir hängten unsere Jacken an die Garderobe und betraten den sehr gemütlich gestalteten Restaurantraum, der mit viel Liebe zum Detail ausgestattet war: die Wände waren wie Bruchsteinmauern mediterran gestaltet, 2 Fensterläden waren aufgehangen und boten den Eindruck, man sei tatsächlich in einem Restaurant mit Fenstern und nicht im Keller ohne Fenster, überall waren Kerzen aufgestellt und die antiken Tische waren nett eingedeckt.

Wir saßen am Tisch von unserer Tippgeberin, die wir an einem unserer Supperclubabende kennengelernt hatten. Sie selbst hatte von einem Arbeitskollegen, der mit André Bach im Chor singt, von diesem Kellerrestaurant erfahren. Die Stimmung war schön.

Wir waren schon ganz neugierig - das Motto an diesem Abend war "Ligurische Küche". Ligurien ist ein Teil von Italien, welcher sowohl am Meer liegt, als auch an Land viel zu bieten hat. Somit stellten wir uns schonmal auf eine abwechslungsreiche Küche mit Fleisch und Fisch ein.

Wie in einem richtigen Restaurant gab es eine Getränkekarte und auch die Menükarten lagen auf den Tischen aus. Auf den Tischen standen bereits Körbe mit Brot und kleine Porzellanpöttchen mit einer leckeren Crème. Wir bestellten eine Flasche Wasser und eine Flasche Weißwein - Tre Uve Ultima, eine leckere Cuvée aus Sauvignon Blanc, Viognier und Chardonnay aus Sizilien, nachdem wir uns bei dem freundlichen Mann im Service rückversichert hatten, dass dieser zum Menü passt. Die Weine sind hier sehr trinkfreundlich kalkuliert. Wir zahlten für diese Flasche 14,50 €. Auch der spanische Verdejo !OJO! aus dem Rueda-Gebiet mundete uns gut und war ebenso fair bepreist.

Dann wurden uns hintereinander zwei nette Amuse Bouches gebracht: zuerst ein Risottowürfelchen, welches farblich wie eine Tricolore gestaltet war - also somit die Fahne von Italien darstellte: grün, weiß, rot. Der zweite Gruß aus der Küche kam in einem minikleinen schwarzen Töpfchen an unseren Tisch, der mit einer Art sehr schmackhaftem Schmorfleisch in Soße gefüllt war.

Danach galt es für uns noch ganze 6 Gänge zu bewältigen! Aber die waren so traumhaft lecker, dass wir sie doch geschafft haben, auch wenn erstmal Zweifel aufkamen...

Gestartet wurde mit einem Ligure-Süppchen mit San Marzano Tomaten - quasi einem ligurischen Tomatensüppchen, welches im geschlossenen Weckglas serviert wurde. Äußerst delikat!

Darauf folgten ein Gelbes Tomatencoulis, Pasta und Trüffel . Das Tomatengelee und die 3 verschiedengeformten, gefüllten, selbstgemachten Pasta mit Trüffelsoße waren mit einer grünen Olive garniert und schmeckten ausgezeichnet! Die Leute, die keinen Trüffel mochten, bekamen eine Soßenalternative aus Tomate.

Der dritte Gang hörte sich am spannendsten an, weil das bislang niemand von uns je gegessen (oder auch nur gehört) hatte: Schweinekinn im Prosciutto di Parma Sud.  Und dieser Gang wurde auch ebenso spannend serviert: in einem leckeren Parmaschinken-Sud lag ein Wachtelei und ein Stückchen sehr schmackhaft zubereitetes gesottenes Schweinefleisch mit einer Einweginfusionstülle, die mit einem Knoblauchsößchen gefüllt war, welches man sich noch selbst über das Schweinefleisch träufeln konnte - eine nette Anrichte-Idee und durchaus schmackhaft.

Dann folgte der 4. Gang mit dem wohlklingenden Namen Seeteufel Imperia - ein Stückchen sehr gut zubereiteter Seeteufelschwanz angerichtet wie ein ganzer Fisch mit süßlich-pikanten Gemüsejulienne. Für die Nicht-Fisch-Esser neben uns gab es eine fleischliche Alternative: eine ebenso schmackhafte Schweineroulade, die mit Mozzarella und Salbei gefüllt war.

Wir waren eigentlich schon ganz gut gesättigt und ziemlich überwältigt. Aber es gab noch Kaninchen auf ligurische Art an Mandel-Sauce mit Dolceacqua Kartoffeln. Im Einzelnen wurde eine traumhaft saftig-zarte Kaninchenkeule mit Mandelsoße, Kartöffelchen und Ratatouillegemüse serviert.

Das Dessert "Nonnas süßer Gruß" beinhaltete eine Variation von 6 kleinen Desserts, die auf einer Schieferplatte äußerst dekorativ angerichtet wurden: Tiramisu mit getränkten Amarettini im Glas, Schokomousse mit Whisky in einem Bitterschokobecher, Milchreis mit Kastanienmus, Rosmarin-Crème-Brûlée, Minikäseküchlein mit Physalis, Ingwer-Pannacotta mit Minikiwi. Ein traumhafter Abschluß! Wir bestellten noch einen Espresso und waren mehr als zufrieden. Dieser Abend war einfach rundum gelungen!

Und dann erschien André Bach noch ganz zum Schluß und kam an jedem Tisch mit weiteren Gläsern, seinem selbstgemachten Limoncello und auf ein paar Worte vorbei.

Ganz toll! Wir haben den Abend einfach nur genossen und er ist auf jeden Fall wiederholungsbedürftig!!!

Unser Fazit:

Wir waren überwältigt von der außergewöhnlich tollen Kochkunst von André Bach und können einen Abend hier im Kellerrestaurant nur uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer also mal einen besonderen kulinarischen Abend erleben möchte, der muss hier unbedingt einen Tisch für einen der nächsten Termine reservieren, die auf André Bachs Homepage "Genuss-Kunst" stehen!!!

P.S. Manchen von Euch wird André Bach eventuell bekannt vorkommen. Er war bereits mehrfach in Kochshows im TV zu sehen und hat sie damals alle gewonnen: Das perfekte Dinner, Unter Volldampf, Mein wunderbares Wohnlokal, Küchenschlacht (mit Horst Lichter)...

 

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Dezember 2013

Unsere Weihnachtsfeier haben wir diesmal im Kellerrestaurant in Brühl bei André Bach gefeiert und es war wieder einmal sehr lecker. Er hat uns einen Sondertermin angeboten, an welchem auch schon eine andere kleine Gruppe bei ihm reserviert hat.

Es gab als Aperitif einen leckeren Cremant. Die Brotkörbchen und Knoblauchcrèmepöttchen standen wieder auf dem Tisch. Als Amuse bouche gab es diesesmal einen Dominostein vom Sauerbraten mit Kartoffelpürée und Rotkohl.

Danach hat uns unter dem Motto "Weihnachtsfeierei" folgendes Menü viel Spaß gemacht:

Birnen-Maronensuppe im Weckglas serviert

Variation von Wild an Wintersalat mit eingelegtem Wachtelei und zweierlei rohem bzw. geräuchertem Wildschinken

Jacobsmuschel auf Vanilleduft in der Schale der Jacobsmuschel serviert

Pasta Castellane Parmigiane mit Mohn und Trüffeln  große Muschelnudeln mit lecker Sößchen

Rinderfilet im Heu gegart, Kartoffeltürmchen und Wintergemüse das Fleisch auf den Punkt perfekt gebraten

"Dessert Weihnachtsmarkt"  hier hat sich der Meister der Küche wieder selbst übertroffen und gleich 7 Minidesserts auf die Schieferplatte gebracht: Rosmarin-Crème Brûlée, Maronenrisotto mit Schokolade, getränkter Stollen im Glas mit Käsecrème, Minikäseküchlein, Zimt-Gelée-Würfelchen, Dominostein-Eis im Schokobecher, Orangen-Pflaumen-Terrine.

Zu Trinken gab es auch genug: flaschenweise Tre Uve Ultima Weißwein und Rotwein, einen anderen Rotwein (Cabernet Sauvignon), jede Menge Wasserflaschen, Espresso und ein Walnuss-Schnäpschen aus Baden Württemberg auf´s Haus.

Es war wieder einmal ein sehr schöner Abend und einfach mal was anderes!

 

http://www.genuss-kunst.de

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